Faschismus in Deutschland – Zur Massenpsychologie des Kleinbürgertums [via scharf-links.de] lesenswert!!!


Faschismus in Deutschland

 

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von Wilhelm Reich – Reinhold Schramm (Bereitstellung)

Zur Massenpsychologie des Kleinbürgertums

Wir sagten, der Erfolg Hitlers sei weder aus seiner »Persönlichkeit« noch aus der objektiven Rolle, die seine Ideologie im zerrütten Kapitalismus spielt, zu verstehen.

Ebensowenig aus einer bloßen »Vernebelung« der Massen, die ihm folgten. Wir stellten die Frage ins Zentrum, was in den Massen vorging, dass sie einer Partei Gefolgschaft leisteten, deren Führung objektiv sowohl wie subjektiv den Interessen der arbeitenden Menschenmassen genau entgegengesetzt war.

Zur Beantwortung dieser Frage ist zunächst festzuhalten, dass die nationalsozialistische Bewegung in ihrem ersten erfolgreichen Anlauf sich auf die breiten Schichten des sogenannten Mittelstandes stützte, also der Millionen privater und öffentlicher Beamter, der mittleren Kaufmannschaft und des mittleren und kleinen Bauerntums. Vom Standpunkt seiner sozialen Basis gesehen, war der Nationalsozialismus ursprünglich eine kleinbürgerliche Bewegung, und dies überall, wo er auftrat, ob in Italien, Ungarn, Argentinien oder Norwegen. Dieses Kleinbürgertum, das vorher im Lager der verschiedenen bürgerlich-demokratischen Parteien stand, musste also eine innere Wandlung durchgemacht haben, dass es seinen politischen Standort wechselte. Aus der sozialen Lage und der ihr entsprechenden psychologischen Struktur des Kleinbürgertums erklären sich sowohl die grundsätzlichen Gleichheiten wie die Verschiedenheiten der bürgerlich-liberalen und der faschistischen Ideologien.

Das faschistische Kleinbürgertum ist das gleiche wie das kleinbürgerliche demokratisch liberale, nur in einer anderen historischen Epoche des Kapitalismus. Der Nationalsozialismus bezog seinen Zuwachs in den Wahljahren 1930 bis 1932 fast ausschließlich aus der deutschnationalen Partei, der Wirtschaftspartei und den kleineren Splitterparteien des Deutschen Reiches. Nur das katholische Zentrum bewahrte sogar in der Preußenwahl 1932 seine Position. Erst bei der Preußenwahl 1932 gelang dem Nationalsozialismus auch der Einbruch in die Industriearbeitermassen. Doch nach wie vor blieb der Mittelstand die Kerntruppe des Hakenkreuzes. In der schwersten wirtschaftlichen Erschütterung des kapitalistischen Systems seit seinem Bestande (1929–1932) trat in Gestalt des Nationalsozialismus der Mittelstand auf die politische Tribüne und hielt den revolutionären Umbau der Gesellschaft auf. Die politische Reaktion wusste diese Bedeutung des Kleinbürgertums richtig einzuschätzen. »Der Mittelstand ist für die Existenz eines Staates von entscheidender Bedeutung«, hieß es in einem Flugblatt der Deutschnationalen vom 8. April 1932.

Die Frage nach der sozialen Bedeutung des Mittelstandes spielte innerhalb der Linken in den Diskussionen nach dem 30. Januar 1933 eine große Rolle. Bis zum 30. Januar war die Beachtung des Mittelstandes beträchtlich zu kurz gekommen, weil alle Interessen von der Beachtung der Entwicklung der politischen Reaktion, der autoritären Staatsführung gefesselt waren und weil die massenpsychologische Fragestellung den Politikern fernlag. Nachher begann man an verschiedenen Stellen die »Rebellion des Mittelstandes« in den Vordergrund zu rücken. Verfolgt man die Diskussion über diese Frage, so kann man feststellen, dass sich zwei Hauptmeinungen herausbildeten: die eine vertrat den Standpunkt, der Faschismus sei »nichts anderes« als die Parteigarde der Großbourgeoisie; die andere übersah diesen Tatbestand nicht, rückte jedoch die »Rebellion des Mittelstandes« in den Vordergrund, was ihren Vertretern den Vorwurf eintrug, dass sie die reaktionäre Rolle des Faschismus verwischten; man berief sich dabei auf die Berufung Thyssens zum Wirtschaftsdiktator, auf die Auflösung der wirtschaftlichen Mittelstandsorganisationen, auf das Abblasen der »zweiten Revolution«, kurz, auf den ab etwa Ende Juni 1933 immer mehr und offener hervortretenden rein reaktionären Charakter des Faschismus.

 

Man konnte einige Unklarheiten in der sehr heftigen Diskussion feststellen: Die Tatsache, dass der Nationalsozialismus sich nach der Machtergreifung immer mehr als imperialistischer Nationalismus enthüllte, der eifrig bestrebt war, alles »Sozialistische« aus der Bewegung auszuschalten und den Krieg mit allen Mitteln vorbereitete, widerspricht nicht der anderen Tatsache, dass der Faschismus, von seiner Massenbasis her gesehen, in der Tat eine Mittelstandsbewegung war.

Ohne das Versprechen, den Kampf gegen das Großkapital aufzunehmen, hätte Hitler die Mittelstandsschichten nie gewonnen. Sie verhalfen ihm zum Siege, weil sie gegen das Großkapital waren. Unter ihrem Drucke mussten die führenden Stellen zu antikapitalistischen Maßnahmen ansetzen, wie sie sie unter dem Drucke des Großkapitals wieder abstoppen mussten. Wenn man nicht die subjektiven Interessen in der Massenbasis einer reaktionären Bewegung von der objektiven reaktionären Funktion unterscheidet, die einander widersprechen (und der Ganzheit der Nazi-Bewegung zunächst vereinigt waren), muss man aneinander vorbeireden, indem der eine die reaktionäre Rolle des Faschismus, der andere die reaktionären Interessen der faschistischen Massen meint, wenn er von »Faschismus« spricht. In der Gegensätzlichkeit dieser zwei Seiten des Faschismus sind sämtliche seiner Widersprüche begründet, ebenso wie ihre Vereinigung in der einen Form: »Nationalsozialismus«, die die Hitlerbewegung kennzeichnet. Sofern der Nationalsozialismus seinen Charakter als Mittelstandsbewegung hervorzukehren gezwungen war (vor der Machtergreifung und knapp nachher), ist er in der Tat antikapitalistisch und revolutionär; sofern er zur Festigung und Erhaltung der einmal errungenen Macht – da er das Großkapital nicht entrechtet – immer mehr seinen antikapitalistischen Charakter abstreift und seine kapitalistische Funktion immer ausschließlicher hervorkehrt, wird er zum imperialistischen Verfechter und Festiger der großkapitalistischen Wirtschaftsordnung.

Dabei ist völlig gleichgültig, ob und wie viele seiner Führer ehrlich oder unehrlich »sozialistisch« (in ihrer Auffassung!) gesinnt waren, ebensowenig wie, ob und wie viele Volksbetrüger und Machtjäger sind. Darauf kann man gründliche antifaschistische Politik nicht basieren. Aus der Geschichte des italienischen Faschismus hätte man alles für das Verständnis des deutschen Faschismus und seiner Zwiespältigkeiten lernen können, denn auch der italienische Faschismus zeigte die beiden genannten einander strikt widersprechenden Funktionen zu einem ganzen vereint.

Diejenigen, die die Funktion der Massenbasis des Faschismus entweder leugnen oder nicht gebührend einschätzen, stehen gebannt vor der Tatsache, dass der Mittelstand, weil er weder über die Hauptproduktionsmittel verfügt noch an ihnen arbeitet, auf die Dauer keine Geschichte machen kann, daher zwischen Kapital und Arbeiterschaft hin- und herschwanken muss. Sie übersehen, dass der Mittelstand, wenn auch nicht auf die Dauer, so doch für geschichtlich kurz begrenzte Zeit »Geschichte machen« kann und macht, wie es der italienische und deutsche Faschismus lehren. Nicht nur die Zerschlagung der Arbeiterorganisationen, die unzähligen Opfer, der Einbruch der Barbarei sind dabei gemeint, sondern vor allem die Verhinderung der Entwicklung der ökonomischen Krise zur politischen Umwälzung der Gesellschaft, zur sozialen Revolution. Es ist klar: je größer Umfang und Gewicht der Mittelstandsschichten in einer Nation sind, desto entscheidendere Bedeutung kommt ihnen als entscheidend wirkender gesellschaftlicher Kraft zu.

1933 bis 1942 ergab sich das Paradoxon, dass der nationalistische Faschismus den sozialrevolutionären Internationalismus als internationale Bewegung überflügeln konnte. Die Sozialisten und Kommunisten hatten Illusionen über das Fortschreiten der revolutionären Bewegung im Verhältnis zu dem der Reaktion und begingen derart schlechthin politischen Selbstmord, auch wenn die besten Motive zugrunde lagen. Diese Frage verdient die allergrößte Aufmerksamkeit. –

Der Prozess, der sich im letzten Jahrzehnt in den Mittelstandsschichten aller Länder abspielte, verdient weit mehr Aufmerksamkeit als die banale, bekannte Tatsache, dass der Faschismus extremste wirtschaftliche und politische Reaktion bedeutet. Mit dem letzten allein kann man politisch nichts anfangen, was ja auch die Geschichte zwischen 1928 und 1942 reichlich bewiesen hat.

Der Mittelstand geriet in Bewegung und trat in der Gestalt des Faschismus als gesellschaftliche Kraft auf. Es kommt deshalb nicht auf die reaktionäre Absicht der Hitler und Göring, sondern auf die sozialen Interessen der Mittelstandsschichten an. Der Mittelstand hat infolge seiner charakteristischen Struktur eine ungeheure soziale Macht, weit über seine wirtschaftliche Geltung hinaus. Es ist die Schicht, die nichts geringeres als mehrere tausend Jahre Patriarchat konserviert und mit allen seinen Widersprüchen lebendig hält.

Dass eine faschistische Bewegung überhaupt existiert, ist zweifellos gesellschaftlicher Ausdruck des nationalistischen Imperialismus. Dass diese faschistische Bewegung zu einer Massenbewegung werden, ja an die Macht gelangen konnte, was die imperialistische Funktion erst erfüllt, ist die Wirkung der Massenbewegung des Mittelstandes. Nur unter Beachtung dieser Gegensätze und Widersprüche, jedes zu seiner Zeit, kann man die einander widersprechenden Erscheinungen des Faschismus erfassen.

Die soziale Stellung des Mittelstandes ist bestimmt:

a) durch seine Stellung im kapitalistischen Produktionsprozess,

b) durch seine Stellung im autoritären Staatsapparat,

c) durch seine besondere familiäre Situation, die unmittelbar von der Stellung im Produktionsprozess bestimmt ist und den Schlüssel zum Verständnis seiner Ideologie abgibt. Die Stellung des Kleinbauerntums, des Beamtentums und der mittleren Kaufmannschaft zeigt wirtschaftliche Verschiedenheiten, kennzeichnet sich aber durch eine in den Grundzügen gleichartige familiäre Situation.

Die rasche Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaft im 19. Jahrhundert, die stetig und rasch fortschreitende Mechanisierung der Produktion, die Zusammenfassung der verschiedenen Produktionszweige in monopolistische Syndikate und Trusts sind die Grundlage der fortschreitenden Pauperisierung der kleinbürgerlichen Kaufleute und Gewerbetreibenden. Der Konkurrenz der billiger und rationeller arbeitenden Großindustrie nicht gewachsen, verfallen die kleinen Unternehmungen unrettbar.

»Der Mittelstand hat von diesem System nichts anderes zu erhoffen als schonungslose Vernichtung. Darum also geht es: Ob alle in eine große graue und öde Masse von Proletariat versinken, wo alle dasselbe haben, nämlich nichts, oder ob die Kraft und der Fleiß den einzelnen wieder in die Lage versetzen sollen, sich in mühevoller Lebensarbeit ein Eigentum zu schaffen. Mittelstand oder Prolet! Darum geht es!« – mahnten die Deutschnationalen vor der Reichspräsidentenwahl 1932. Die Nationalsozialisten gingen nicht so plump vor, eine breite Kluft zwischen Mittelstand und Industriearbeiterschaft in der Propaganda aufzureißen, und hatten damit mehr Erfolg.

In der Propaganda der NSDAP spielte der Kampf gegen die großen Kaufhäuser eine große Rolle. Doch der Widerspruch zwischen der Rolle, die der Nationalsozialismus für die Großindustrie spielte, und den Interessen des Mittelstandes, auf die er sich stützte, kam etwa in Hitlers Gespräch mit Knickerbocker zu Ausdruck: »Wir werden die deutsch-amerikanischen Beziehungen nicht von einem Kramladen abhängig machen (gemeint war das Schicksal von Woolworth in Berlin) … die Existenz derartiger Unternehmungen bedeutet eine Förderung des Bolschewismus … Sie zerstören viele kleine Existenzen. Deshalb werden wir sie nicht billigen, aber Sie können versichert sein, dass Ihre Unternehmungen dieser Art in Deutschland um nichts anders behandelt werden sollen als ähnliche deutsche Unternehmungen.« [1] –

Die ausländischen Privatschulden belasteten den Mittelstand ungeheuer. Während aber Hitler für die Zahlung der Privatschulden war, weil er außenpolitisch von der Erfüllung der Auslandsforderungen abhing, forderten seine Anhänger die Annullierung dieser Schulden. Das Kleinbürgertum rebellierte also »gegen das System«, worunter es die »marxistische Herrschhaft« der Sozialdemokratie verstand.

Sosehr nun diese Schichten des Kleinbürgertums in der Krise zum organisatorischen Zusammenschluss drängten, die wirtschaftliche Konkurrenz der kleinen Unternehmungen hatte sich doch gegen die Grundlegung eines Solidaritätsgefühls, dem des Industriearbeiters entsprechend ausgewirkt. Schon infolge seiner sozialen Lage kann der Kleinbürger sich weder mit seiner sozialen Schichte noch auch mit dem Industriearbeiter solidarisieren; mit seiner eigenen Schichte nicht, weil da die Konkurrenz vorherrscht, mit dem Industriearbeiter nicht, weil er gerade die Proletarisierung am meisten fürchtet. Trotzdem bewirkte die faschistische Bewegung einen Zusammenschluss des Kleinbürgertums. Auf welcher massenpsychologischen Basis?

Die Antwort darauf gibt die soziale Stellung des kleinen und mittleren staatlichen und privaten Beamtentums. Der durchschnittliche Beamte ist wirtschaftlich schlechter gestellt als der durchschnittliche spezialisierte Industriearbeiter; diese schlechtere Stellung wird zum Teil wettgemacht durch die geringfügige Aussicht auf Karriere, beim Staatsbeamten vor allem durch die lebenslange Versorgung. Derart von der obrigkeitlichen Autorität abhängig, bildet sich in dieser Schichte eine Konkurrenzhaltung gegenüber den Kollegen heraus, die der Entwicklung von Solidarität entgegenwirkt.

Das soziale Bewusstsein des Beamten ist nicht gekennzeichnet durch Schicksalsgemeinschaft mit seinen Arbeitskollegen, sondern durch seine Stellung zur staatlichen Obrigkeit und zur »Nation«. Diese besteht in einer völligen Identifizierung mit der Staatsmacht [2], beim privaten Angestellten in einer Identifizierung mit dem Unternehmen, dem er dient. Er ist ebenso Untertan wie der Industriearbeiter. Weshalb entwickelt er kein Solidaritätsgefühl wie dieser? Das beruht auf seiner Zwischenstellung zwischen Obrigkeit und Handarbeiterschaft. Nach oben Untergebener ist er nach unten Vertreter dieser Obrigkeit und genießt als solcher eine besondere moralische (nicht materielle) Schutzstellung. Die restlose Ausbildung dieses massenpsychologischen Typs finden wir in den Feldwebeln der verschiedenen Armeen.

Die Macht dieser Identifizierung mit dem Dienstgeber erkennen wir in krasser Form bei Angestellten adeliger Häuser, Kammerdienern etc., die sich durch Übernahme von Haltung, Denkart, Auftreten der herrschenden Klasse restlos verändern und sogar, um die niedere Herkunft zu übertönen, dieses Wesen übertreiben.

Diese Identifizierung mit der Behörde, dem Unternehmen, dem Staat, der Nation etc., die sich in die Formel kleiden lässt: »Ich bin der Staat, die Behörde, das Unternehmen, die Nation«, stellt eine psychische Realität dar und ist eines der besten Beispiele für eine zur materiellen Kraft gewordenen Ideologie. Zunächst schwebt dem Angestellten, dem Beamten nur das Ideal, so wie der Vorgesetzte zu sein, vor, bis allmählich durch die chronische materielle Abhängigkeit sich das Wesen im Sinne der herrschenden Schichte umbaut.

Ständig den Blick nach oben gerichtet, bildet der Kleinbürger eine Schere aus zwischen seiner wirtschaftlichen Lage und seiner Ideologie. Er lebt in kleinen Verhältnissen, aber er tritt nach außen repräsentativ auf, dies oft bis zur Lächerlichkeit übertreibend. Er ernährt sich schlecht und ungenügend, aber er legt großen Wert auf »anständige Kleidung«. Der Zyliner und der Bratenrock werden die materiellen Symbole dieser charakterlichen Struktur. Und weniges ist für die massenpsychologische Beurteilung einer Bevölkerung auf den ersten Blick geeigneter als die Beobachtung ihrer Kleidung. Durch den »Blick nach oben« unterscheidet sich die kleinbürgerliche Struktur spezifisch von der Struktur des Industriearbeiters [3].

Wie tief reicht nun diese Identifizierung mit der Autorität? Dass eine solche besteht, war bekannt. Die Frage ist aber, in welcher Weise außer unmittelbar wirkenden wirtschaftlichen Seinsfaktoren emotionelle Umstände die kleinbürgerliche Haltung unterbauen und derart festlegen, dass die kleinbürgerliche Struktur auch in Zeiten der Krise, auch in Zeiten, in denen die Arbeitslosigkeit die unmittelbare wirtschaftliche Basis zerstört, nicht in Wanken gerät.

Wir sagten früher, dass die wirtschaftliche Stellung der verschiedenen Schichten des Kleinbürgertums eine verschiedene, ihre familiäre Lage aber in den Grundzügen die gleiche sei. In dieser familiären Lage haben wir den Schlüssel zum emotionellen Unterbau der früher beschriebenen Struktur.

Anmerkungen

1 Nach der Machtergreifung in den Monaten März–April setzte ein Massensturm auf die Kaufhäuser ein, der von der Führung der NSDAP sehr bald abgebremst wurde (Verbot der eigenmächtigen Eingriffe in die Wirtschaft, Auflösung von Mittelstandsorganisationen etc.).

2 Unter »Identifizierung« versteht die Psychoanalyse den Tatbestand, dass eine Person sich mit einer anderen eins zu fühlen beginnt, Eigenschaften und Haltungen von ihr übernimmt, die sie früher nicht besass, in der Phantasie sich an ihre Stelle setzen kann; diesem Prozess liegt eine tatsächliche Veränderung der sich identifizierenden Person zugrunde, indem sie Eigenschaften des Vorbildes »in sich aufnimmt«.

3 Dies gilt für Europa. Die Verkleinbürgerlichung der Industriearbeiter in Amerika verwischt hier die Grenzen.

Quelle: Die Massenpsychologie des Faschismus. Autor: Wilhelm Reich. Vgl.: Zur Massenpsychologie des Kleinbürgertums, in: Die autoritäre Familienideologie in der Massenpsychologie des Faschismus. Fischer Taschenbuch Verlag.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Reich

http://www.listenlittleman.com/

VON: WILHELM REICH – REINHOLD SCHRAMM (BEREITSTELLUNG)


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